Homebound

Nach einer intensiven Woche in der Camp-Schule in Alexandreia verlässt nun auch Meret schweren Herzens Nordgriechenland. Während dieser Woche hat sich sehr viel getan. Aufgrund der verschiedenen Ausgangslagen der Bewohner, den Englischunterricht in Anspruch nahmen, haben Meret und Kelley, ein weiterer Volunteer, einen Unterrichtsplan erstellt, der allen Levels gerecht wird. Ausserdem erhielten sie Unterstützung von Khalid, einem Syrer bei dem die Bewohner nun zwei Mal täglich unser Alphabet lernen können. Somit konnten wir für die erwachsenen Bewohner des Camps ein Nachmittagsprogramm schaffen, das Ihnen Englischkenntnisse für ihre weitere Reise vermittelt. Wir haben ausserdem Unterrichtsmaterialien für Deutschunterricht vorbereitet und hoffen, dass ein deutschsprachiger Volunteer diesen bald aufnehmen kann.  

Eine kleine und stetig wachsende Bibliothek wurde von einer Schreinerorganisation (https://www.facebook.com/The-Get-Shit-Done-Team-304001796641127/) in Thessaloniki ermöglicht.

Aber die Schule ist mehr als nur ein Lernzentrum. Sie ist ein Manifest für die Wertschätzung der Bewohner als Menschen mit Interesse an Bildung und Weiterentwicklung und ein Ort des Austausches zwischen Freiwilligen und Bewohnern.  Im Unterricht erfahren wir die Schicksale der Bewohner, ihre Leidenschaften und Ängste und bieten Raum für die Knüpfung von Freundschaften. So haben sich im Unterricht beispielsweise die Neuankömmlinge von vorletzter Woche mit jungen Männern die schon länger im Camp sind angefreundet und besuchen nun regelmässig den Unterricht zusammen. Dies sind Schritte zur Bildung einer Dorfgemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt und in der die NGO's lediglich eine Hilfeleistung erbringen.  

Ein tolles Beispiel dafür ist auch die Küche im Camp, welche von Fares und seiner Frau Heyam geleitet wird. Die beiden kochen syrisches Essen für bis zu 300 Personen am Tag und haben damit einen vitalen Teil zum Wohlbefinden der Bewohner beigetragen. Die Familie ist uns sehr ans Herz gewachsen und wir hoffen über ihre weitere Reise berichten zu können.  Hier ein Foto von Fares mit einem gespendeten Schaf.


Dank Euren grosszügigen Spenden haben wir nun die Möglichkeit, die weiteren Investitionen sorgfältig zu planen und mithilfe von Valentino vor Ort deren sinnvolle Verwendung zu garantieren. Die verschiedenen Organisationen und mutigen Freiwilligen, die wir hier kennenlernen durften, haben uns dazu inspiriert dieses Projekt weiterzuführen und wir werden euch über alle Entwicklungen auf dem Laufenden halten. 

Das Vorhaben «Meret und Debora in Thessaloniki» nimmt hier also definitiv ein Ende, was uns sehr betrübt. Wir können aber auch auf einen intensiven, ereignisreichen und horizonterweiternden Monat zurückschauen und uns mit dem Gedanken trösten, dass das nur der Anfang war. 

Danke für Eure Unterstützung und Euer Vertrauen ! Shukran!

Meret, Debora & Valentino